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Nachhaltige Sportfreianlagen

intergreen report 2018 01 nachhaltigkeit sportfreianlagen 01

In den vergangenen zwei Jahren wurde an der Hochschule Osnabrück, gefördert von der Forschungsinitiative Zukunft Bau, BBSR, zusammen mit Kooperationspartnern ein Bewertungssystem für die Entwicklung und Planung von Sportfreianlagen entwickelt. Anlass ist, dass Sportfreianlagen einen hohen Flächenverbrauch haben, einen Eingriff in das Umfeld (z.B. Lärm) und die Umwelt darstellen, kostenintensiv sind und besondere Baustoffe bei den Sportbelägen benötigen. Häufig errichten kommunale Betreiber Sportfreianlagen für Sportvereine und Individualsportler. Zudem gibt es ein verändertes Nutzerverhalten. Insbesondere der Gesundheits- und Freizeitsport ist in der Beliebtheit deutlich gestiegen.

Weltweit gibt es zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden verschiedene Systeme wie LEED, SITES, DGNB oder BNB. Für Freianlagen gibt es in den USA z.B. das Bewertungssystem „SITES“ und in Deutschland das BNB Außenanlagen. Sämtliche Systeme berücksichtigen die Besonderheiten von Sportfreianlagen nicht.

Die Qualitäten der Nachhaltigkeit sind: Ökologie, Ökonomie, Sozio-Kulturell, Technik, Prozess und Standort. Die Qualitäten sind auch für Sportfreianlagen wichtig. Das Bewertungssystem für nachhaltige Sportfreianlagen greift die Besonderheiten der Betreibersituation, der Baustoffe und Bauweisen sowie das geänderte Nutzerverhalten und der Nutzeransprüche bereits in der Entwicklungs- und Planungsphase auf, so dass eine praxisnahe Lösung als dauerhafte Entscheidungsgrundlage für die Planung und Instandhaltung entlang des Lebenszyklus geboten wird.

Um diese dauerhafte Entscheidungsgrundlage sicherzustellen, besteht das Bewertungssystem für nachhaltige Sportanlagen im Freien insgesamt aus drei Elementen. Diese sind: Kriterien-Steckbriefe, Baustoff-Bewertungskatalog und Standardplanung (Abb. 1).

Der Baustoff-Bewertungskatalog unterstützt bei der Auswahl verschiedener Bauweisen und Baustoffe. Hierfür sind zunächst die Nutzer- und Betreiberansprüche zu erheben, um anschließend einen Vergleich durchführen zu können. In der Standardplanung werden typische Nachhaltigkeits-Sportfreianlagen-Situationen geklärt.

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Abb. 1: Elemente des zu entwickelnden Bewertungssystems.

Insgesamt kann die Nachhaltigkeit von Sportanlagen im Freien mit 35 Kriterien gemessen werden. Diese Kriterien der Ökonomie, der Ökologie und des Soziokulturellen haben am Gesamtbewertungssystem einen Anteil von 60 % - je 20 % pro Qualität. Die Querschnittsfunktionen Technik und Prozess haben einen Anteil von je 17,5 % am Gesamtbewertungssystem. Auf die Standortqualität entfallen 5 %.

Zur Umsetzung der Forschungsergebnisse in der Praxis sind Qualifizierungsseminare installiert. Das Ziel liegt hierbei in dem Erlernen der Anforderungen an die nachhaltige Entwicklung und der Durchführung von Abwägungsprozessen. Konkrete Handlungsanweisungen zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung von Sportanlagen im Freien werden angeboten.

Fazit

Ein Bewertungssystem für eine nachhaltige Sportfreianlage ist nicht als Schablone zu verstehen, die bei jeder Anlage anzuwenden ist und überall das gleiche Ergebnis bringt. Gegenläufige Optionen in der Bewertung müssen untereinander abwägt und in einem Entscheidungsprozess darlegt werden. Durch diesen Prozess entsteht eine individuell optimierte Lösung. Wichtig ist, dass alle Beteiligten eingebunden sind, so dass ein einheitliches Verständnis entsteht.

Durch die Ergänzung der Kriterien-Steckbriefe um eine „Nutzwertmatrix zur Belagsauswahl“ (Baustoffbewertungskatalog) und eine Standardplanung entsteht ein Instrument zur ausgeglichenen und langfristigen Planung inkl. Berücksichtigung des Betriebs und der Instandhaltung.

Literatur

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  • BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG (2011): Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen – Büro und Verwaltung. Berlin.
  • BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG (2011): Leitfaden Nachhaltiges Bauen. Berlin.
  • BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG (2012): Nachhaltig geplante Außenanlagen auf Bundesliegenschaften – Empfehlung zu Planung, Bau und Bewirtschaftung. Berlin.
  • BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG (2013): Systematik für Nachhaltigkeitsanforderungen in Planungswettbewerben. Berlin.
  • EßIG N. (2010): Nachhaltigkeit von Sportanlagen – Analyse der Umsetzbarkeit und Messbarkeit von Nachhaltigkeitsaspekten bei Wettkampfstätten von Olympischen Spielen. Dissertation an der TU Darmstadt, Fraunhofer Verlag, Stuttgart.
  • EßIG N.,S. LINDNER, S. MAGDOLEN, L. SIEGMUND (2015): Leitfaden Nachhalitger Sportstättenbau – Kriterien für den Neubau nachhaltiger Sporthallen. Bundesinstitut für Sportwissenschaften (Hrsg.), Sportverlag Strauß, Köln.
  • FORSCHUNGSGESELLSCHAFT LANDSCHAFTSENTWICKLUNG LANDSCHAFTSBAU E.V. (FLL) (Hrsg.) (2014): Richtlinie für die Pflege und Nutzung von Sportanlagen im Freien, Planungsgrundsätze. Bonn.
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  • KÄHLER, R. S. (2015): Städtische Freiräume für Sport, Spiel und Bewegung. Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaften, Band 50. Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaften (Hrsg.). Feldhaus, Hamburg.
  • LANDESSPORTBUND HESSEN E. V. GESCHÄFTSBEREICH SPORTINFRASTRUKTUR (2009): Kostenminderung und Ressourcenschutz im Sport - Aufbau eines Netzwerkes nachhaltiger Sportstättenbau durch Beratung sowie Aus- und Fortbildung. Programm Sport und Umwelt; DSB – DBU, AktZ. 20406
  • OTT, P. (2010): Neue Möglichkeiten zur baulichen Anpassung von Sportanlagen an eine veränderte Sportnachfrage. In: BISp-Report 2010/11 – Bilanz und Perspektiven.
  • RAT FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG: Was ist Nachhaltigkeit? http://www.nachhaltigkeitsrat.de/de/nachhaltigkeit/?size=%2F. (abgerufen am: 2015-12-06)
  • WETTERICH, J., l, S., SCHABERT, W. (2009): Grundlagen zur Weiterentwicklung von Sportanlagen. Bundesinstitut für Sportwissenschaften (Hrsg.), Strauß Verlag, Bonn.

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