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Aktuelles zum Hybridrasen - Praxis und Forschung

intergreen report 2018 02 hybridrasen seminar teilnehmer

Bild: Teilnehmer beim „Hybridrasen-Seminar“ in Obernburg bei der Prüfung der Oberflächenhärte des Belages mit dem Clegg-Hammer.

intergreen report 2018 02 hybridrasen forschung 01 intergreen rtsBild: Mit RTS-Material verfüllter INTERGREEN-Xtragrass Rasen.

In Obernburg am Main trafen sich am 17. Oktober 2017 Experten des Hybridrasens, mit Fachleuten der Grünen Branche im Rahmen eines Sportplatz-Fachseminars zum Thema „Hybridrasen – ein Sportplatz für die Zukunft“. Dabei wurden die Zukunftsaussichten der Hybridrasen-Systeme vorgestellt und die Leistungen sowie die Anforderungen an derartige Belagsarten diskutiert.

Mit dem Thema „Hybridrasen-Systeme zur Armierung von Fußballrasen“, eröffnete der Referent Dr. Klaus Müller-Beck das Seminar. Er berichtete über die Definition zum Hybridrasen, die von der DFL für den Profirasen formuliert wurde, danach heißt es:

„Hybrid-Sportrasensysteme sind Rasenflächen, die aus Rasengräsern gebildet und bei denen zur Optimierung der Nutzungseigenschaften die Rasentragschicht und /oder die Rasennarbe teil- oder vollflächig armiert werden.“

„Zur Armierung können natürliche und künstliche Materialien in Form von Fasern, Geflecht, Körpern, Gewebe u.a. zum Einsatz kommen. Ziel ist es, die Ebenflächigkeit zu erhalten und die Spielfrequenz zu erhöhen“

Bei seinen Ausführungen zur fachgerechten Pflege von Hybridrasen ging er u.a. auf die Regenerationspflege des „Rotorschälens“ zur Funktionserhaltung der Tragschichtarmierung im obersten Horizont ein und verwies auf die ZTV-Hybridrasen.

Im Anschluss stellte Dr. Patrick Lawson, vom Institut für Landschaftsbau, Sportfreianlagen und Grünflächen (ILOS), die „Aktuelle Forschung zu Hybridrasentragschichten an der Hochschule Osnabrück“ vor. Hier wird seit 2014 im Rahmen eines vom Wirtschaftsministerium geförderten Projektes zu hochbelastbaren Hybrid-Rasentragschichten, in Kooperation mit den INTERGREEN-Partnern Fa. Schmitt, Groß Koris und John, Hallstadt, geforscht. Ziel der Untersuchungen ist es, im Sinne einer nachhaltigen Produktion und der späteren ökologischen Entsorgungsmöglichkeit eine Hybridrasentragschicht zu entwickeln, die nur mit natürlichen oder vollkommen biologisch abbaubaren Fasern armiert wird.

Prof. Martin Thieme-Hack erläuterte des Weiteren die Notwendigkeit einer Bedarfsanalyse für jede neu zu erstellende Sportanlage. Wichtige Kriterien für die Belagsauswahl sind die zu erwartenden Nutzungsstunden, aber auch der Anspruch der Fußballer an den Belag. Dabei stehen für Thieme-Hack die Beläge Sportrasen, Kunststoffrasen und Hybridrasen gleichwertig nebeneinander. Abgestimmt auf den jeweiligen Einzelfall ist dann der geeignete Belag zu wählen.

Nach der Mittagspause, in der weiter lebhaft diskutiert wurde, folgten die Erfahrungsberichte aus der Praxis. Hier stellte Albert Tautges vom Unternehmen Cordel Bau das Hybridrasensystem Terrasoil Advance vor. Einen Einblick in seine weltweiten Erfahrungen mit Hybridrasensystemen gab Rob de Heer (SPORTS PITCH Engineering, NL) wobei er spannende Verfahrenstechniken, die bei der Erstellung von Hybridrasenflächen berücksichtigt werden müssen, erläuterte.
Philipp Rundel, Fa. Schmitt, Groß Koris, berichtete im Anschluss vom Bau und der Pflege des Hybridrasensystems INTERGREEN-XtraGrass. Mit diesem System wurde der Platz in Obernburg ausgestattet, sodass am Nachmittag bei bestem Wetter eine praktische Vorstellung der Fläche mit beispielhaften Messungen der Oberflächenhärte erfolgte.

Hierbei wurden mit dem Clegg-Hammer verschiedene Bereiche mit und ohne Armierung getestet, sodass sich die Seminarteilnehmer vor Ort ein Bild machen konnten. Insgesamt beteiligten sich 45 Teilnehmer an dem Fach-Seminar. In einem Feedback-Bogen äußerten sie bereits weitere Wünsche und Anregungen für zukünftige Seminare.

Ein erstes Fazit zum Thema „Hybridrasen- Ein Belag für die Zukunft“, lautete:
Es bestehen Unterschiede zwischen den Armierungssystemen Hybridtragschichten und Hybridrasen. Die Armierung von Sportrasenflächen erhöht je nach System die Belastbarkeit, die Ebenflächigkeit und die Scherfestigkeit.
Hybridsysteme sind Alternativen zu Tennenbelägen und Kunststoffrasen.
Hybridrasensysteme liefern die Vorzüge des Naturrasens für Spieler und Umwelt.

Hybridrasen in der Forschung

intergreen report 2018 02 hybridrasen forschung 03 gefaessversucheBild: Gefäßversuche mit unterschiedlichen RTS-Mischungen an der HS Osnabrück.
intergreen report 2018 02 hybridrasen forschung 04 stollenschergeraetBild: Stollenschergerät zur Prüfung der Scherfestigkeit auf der Versuchsparzelle.

An der Hochschule Osnabrück wird seit 2014 ein umfangreiches Forschungsprojekt zu einer hochbelastbaren Hybrid-Rasentragschicht in Kooperation mit INTERGREEN-Partnern bearbeitet. Als Ziel wurde die Entwicklung einer nachhaltigen RTS-Mischung mit Armierung angestrebt. Hierzu wurden sowohl umfangreiche Freiland- als auch Gefäßversuche durchgeführt und die Belastbarkeit der neuartigen Hybrid-Rasentragschicht mit Hilfe der modernsten Technik geprüft.

Die Bestimmung der Oberflächen-Scherfestigkeit wurde zum Beispiel mittels Torsionsgerät nach DIN EN 15301-1 gemessen. Weitere Untersuchungsmetoden beinhalteten die Prüfung der Oberflächenhärte mit dem Clegg-Hammer nach ASTM F 1702 und die digitale Bestimmung des Bodendeckungsgrades durch ein bildgebendes Verfahren (SigmaScan).

Bei der Ausführung des komplexen Projektes wurden verschiedene Abschlussarbeiten an der Hochschule Osnabrück als Bachelor- oder Masterarbeiten abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden direkt für die Produktentwicklung genutzt und fließen darüber hinaus in die Empfehlungen zur fachgerechten Pflege von Hybridrasen-Systemen ein. Inzwischen wurde das neuartige Hybridrasen-System zum Patent angemeldet und wird gegenwärtig geprüft.

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