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Wachstumsfaktoren für den Rasen

Rückblick auf extreme Hitze und Trockenheit des Sommers 2018

Bespielbarkeit abhängig von Gräserwachstum

Während der Wintermonate wird es offensichtlich, dass die Bespielbarkeit von Rasensportplätzen von den Wachstumsbedingungen für Rasengräser abhängig ist. Geringe Lichtintensität und niedrige Temperaturen führen zu deutlich reduzierten Wachstumsraten. Die Gräser befinden sich in einer natürlichen Vegetationsruhe oder Winterruhe.

Unterschiedliche Stressfaktoren wie beispielsweise wechselnde Temperaturen, langanhaltende Feuchtigkeit mit Staunässe im Boden, oder eine zu hohe Stickstoffversorgung im Herbst, führen bei starker mechanischer Beanspruchung im Winter zu Schäden an den Gräsern. In diesem Zustand sind die Pflanzen darüber hinaus besonders anfällig gegenüber Pilzerkrankungen. Eine lückige Grasnarbe bis hin zum Totalausfall kann dann die Folge sein. Trotz dieser erschwerten Wachstumsbedingungen für den Rasen wird eine ganzjährige Bespielbarkeit und Belastbarkeit von Sportflächen erwartet.

Einflussfaktoren auf das Gräserwachstum

Vitales Wachstum der Rasengräser wird von einer Anzahl verschiedener Faktoren beeinflusst. Dabei können optimale Bedingungen entstehen, wenn alle Aspekte günstig zusammenwirken. Einschränkungen oder kritische Grenzwerte führen leicht zu Stress-Situationen bei den Gräsern. Nachfolgend sind die wichtigsten Wachstums-Komponenten aufgeführt.

Temperatur

Die Bodentemperatur spielt eine wichtige Rolle beim Gräserwachstum. Sobald Temperaturen von 10 °C erreicht werden setzt das Wachstum nach der Winterruhe ein. Zwischen 10 und 25 °C wachsen die Gräser besonders vital. Die Wurzeln nehmen aus dem Boden Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe auf, während die Blätter den Fotosynthese-Prozess in Gang setzen. Bei Temperaturen über 30 °C wird dieser Vorgang deutlich verlangsamt.

Feuchtigkeit

Eine angemessene Feuchtigkeit ist der Schlüssel für vitales Wachstum. Die Schneeschmelze nach dem Winter und der Frühjahrsregen versorgen die Gräser mit der notwendigen Feuchtigkeit. Während der trockenen Sommermonate unterstützt eine unregelmäßige tief durchdringende Beregnung das Wachstum bei entsprechendem Wurzelsystem.

Sauerstoff

Durch eine Frost-Tauwirkung zum Ende des Winters wird Sauerstoff im Boden für die Wurzeln angereichert. Verdichtete und wassergesättigte Böden sind nicht förderlich für ein gesundes Gräserwachstum. Eine lockere und krümelige Bodenstruktur ist deshalb besonders wichtig für das Wurzelwachstum und damit für die Gräserentwicklung. Aerifiziermaßnahmen dienen der Sauerstoffanreicherung im Boden.

Nährstoffe

Bei optimalen Bodenbedingungen mit ausreichendem Sauerstoffgehalt werden Mikroorganismen angeregt, Nährstoffe zu mobilisieren. Weisen Bodenanalysen auf fehlende essenzielle Nährelemente hin, so werden diese in ausreichender Form durch die Düngung zur Verfügung gestellt. Für den Strapazierrasen zählt der Stickstoff als Wachstumsmotor.

Tageslänge

Gräser absorbieren über die Blätter beim Prozess der Fotosynthese das Sonnenlicht und Kohlendioxid, um damit im Stoffwechsel Kohlenhydrate und Sauerstoff zu produzieren. Im Jahresrhythmus wachsen die Gräser mit zunehmender Tageslänge und intensiverer Strahlung stärker.

Wind

Die Wirkung des Windes auf die Rasengräser ist in der Regel eher als indirekt zu bezeichnen. Meist ist es die fehlende Luftbewegung, die das Abtrocknen der taufeuchten Gräser verzögert und dann zu möglichen Pilzinfektionen führt. Auf der anderen Seite kann starker Wind zur Erhöhung der Evapotranspiration führen. Bei geringer Bodenfeuchte kommt es dann zu Trockenschäden. Mechanische Verletzungen an den Blattspreiten können bei länger anhaltenden Windgeschwindigkeiten größer 35 km/h verursacht werden.

wachstumsfaktoren rasen beispiele

Trockenheit und Hitze-Stress

Im Sommer 2018 sind durch die Kombination der lang anhaltenden Trockenperiode mit extremen Temeraturen die nicht beregneten Rasenflächen in zahlreichen Fällen eindeutig geschädigt worden. Üblicherweise schützen sich die Gräser bei Trockenheit durch eine gewisse Dormanz, wobei der Stoffwechsel stark reduziert wird und sich die Gräser zunächst fahl grün und später braun verfärben (Abbildung 1). Bei längeren Hitzeperioden kommt es dann aber bei den Gräsern der kühlen Klimate auch zu Absterbeerscheinungen. Davon sind insbesondere die Grasarten Jährige Rispe (Poa annua), Lägerrispe (Poa supina) und das Deutsche Weidelgras (Lolium perrenne) betroffen. Der Rotschwingel (Festuca rubra) behält für einen langen Zeitraum eine bestimmte Vitalität. Die Grasarten Wiesenrispe (Poa pratensis) mit ihren unterirdischen Ausläufern, aber auch der Rohr-Schwingel (Festuca arundinacea) mit einem tiefen Wurzelwerk, können eine derartige Trockenperiode am längsten überdauern. Je nach Gräserbestand ist somit mit einem unterschiedlichen Schädigungsgrad zu rechnen.

Temperatur steuert physiologische Prozesse der Gräser

Bei hohen Sommertemperaturen wird die Wuchsleistung der Rasengräser deutlich reduziert. Praktiker können diese Wirkung eindeutig am Aufkommen des Schnittgutes feststellen. Die Auswirkungen von Wassermangel und Hitze-Stress führen zu Schäden am Rasen, wie es im Sommer 2018 mehrfach zu beobachten war. Die Regenerationskraft der Gräser ist davon abhängig, inwieweit der Bestockungsbereich der Gräser geschädigt wurde.

Temperatur-Normalbereiche
für die Ansprüche der Rasengräser
Temperatur-Grenzbereiche
(cool season grasses)
Assimilationsbeginn ca. 0 ° C Hitze-Stress (kurzfristig) 41 bis 43 ° C
Stoffproduktion 8 bis 10 ° C Absterben 47 bis 49 ° C
Temperaturoptimum 17 bis 25 ° C Frost Stress -5 bis -35 ° C
Temperaturmaximum 30 bis 35 ° C  

Tab.1: Temperaturbereiche (normal/extrem) für die Entwicklung/Schädigung der Rasengräser kühler Klimate. (Di Paola, J. M., and J. B. Beard, 1992)

Pflegemaßnahmen unterstützen Wachstum

Durch geeignete Pflegekonzepte sollte die Widerstandsfähigkeit der Rasengräser und damit gesundes Pflanzenwachstum während der Hauptvegetationszeit optimiert werden Lockerungsmaßnahmen zur Verbesserung der Dränage und Durchlüftung des Bodens sowie angepasste Düngungsmaßnahmen mit Kali betonen Düngern im Sommer und Herbst oder eine angemessene Schnitthöhe für die Sportrasengräser zählen zu diesen Pflegemaßnahmen.

Gerade bei einer notwendigen Nachsaat sollte verstärkt auf die Auswahl geeigneter Rasensorten geachtet werden. In der Beschreibenden Sortenliste Rasengräser vom Bundessortenamt (BSA) werden sowohl Eignungsnoten für die Wintertauglichkeit der Sorten als auch für den Vegetationsaspekt vergeben.

Quellennachweis:

Di Paola, J. M., and J. B. Beard, 1992: Physiological effects of temperature stress, In: D. V. Waddington, R. N. Carrow, and R. C. Shermann, eds. Turfgrass, pp. 231–267. Amer. Soc. Agron., Crop Sci. Soc. Amer., Soil Sci. Soc. Amer., Madison, WI, USA

BSA, 2017: Beschreibende Sortenliste Rasengräser.
https://www.bundessortenamt.de/internet30/fileadmin/Files/PDF/bsl_rasengraeser_2017.pdf

N.N.; 2017: Five Factors that Affect Cool Season Turf Grass Growth.
https://www.velvetgreenlawn.com/five-factors-affect-cool-season-turf-grass-growth/

N.N., 2018: What affects the growth of turfgrass?
http://www.greenkeepingeu.com/affects-growth-turfgrass/

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