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Materialien und Eigenschaften von Kunstrasenverfüllungen

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Nach DIN SPEC 18035-7 ist ein gefüllter Kunststoffrasen ein Kunststoffrasen, dessen Polschicht im Gegensatz zum ungefüllten Kunststoffrasen mineralische und/oder elastische Füllstoffe enthält. Dabei muss die Füllung der Polschicht so erfolgen, dass sie dem geprüften Kunststoffrasensystem entspricht; d.h. Füllstoff, Füllmenge und Füllhöhe müssen stimmen.

Früher wurden Kunststoffrasenplätze ausschließlich mit Sand verfüllt. Die meist gekräuselte Faser wurde dadurch gestützt. Verfüllung 8 mm unter Flor. Im Laufe der Zeit wurden die Spieleigenschaften auf Sportanlagen durch die Sandverfüllung immer schlechter.  Die Verschmutzung im Belag nahm zu, und der Sand verhärtete sich sehr stark. Das führte zu Verletzungen der Spieler, die Spieleigenschaften veränderten sich und das Ballverhalten blieb nicht gleich. Das führte zu neuen Ideen und Entwicklungen.

Heute wird überwiegend eine Kombination aus Sand und Gummigranulat  eingebaut. Der doppelt gewaschene Sand mit einer Körnung von 0 bis 2 mm eignet sich gut um die Faser zu stützen und aufrecht zu halten. Wichtig ist es, dass es ein Rundkorn ist und kein  gebrochenes Korn, da Letzteres im Lauf der Zeit durch die Scherkräfte die Faser beschädigen würde. Das Rundkorn ist schonender und verklumpt nicht. Die Einbauhöhe beträgt 10 – 15 mm bei einer Florhöhe von 40 mm.  Die Sandverfüllung dient auch zur Beschwerung  des Kunststoffrasens um eine stabile Lage zu gewährleisten.

Auf den Sand kommt bei der neuen Generation von Kunststoffrasen elastisches Granulat. Das Einstreugranulat wird aufgetragen und mit Spezialmaschinen in den Kunststoffrasen eingearbeitet. Die Einbaumenge liegt meist zwischen 4 kg und 7 kg, sodass der Flor noch frei heraus stehen kann. Das schafft optisch den Eindruck, dass man auf einem Naturrasen steht, da man das Granulat kaum noch sieht. Das Granulat gibt es in verschiedenen Farben sodass es für jede Sportart die passende Optik ergibt. In Kombination Kunststoffrasen mit einer Elastischen Schicht wird ein DIN- erforderlicher Kraftabbau von 45% - 70% erreicht.  Das schafft gelenkschonende Spieleigenschaften. Das Granulat ist witterungs- und UV-beständig, muss aber regelmäßig gepflegt werden. Um eine nachhaltige Qualitätssicherung zu erhalten sind die Pflegeansprüche sehr hoch: Wöchentliches Aufbürsten der Faser, Säuberung von Laub oder organischem Material, jährliche Tiefenreinigung mit Spezialgeräten. Weiterhin sollte man nach einiger Zeit (beim Neubau) die gesamte Fläche nachgranulieren, da sich das Material erst nach gewisser Zeit gesetzt hat. Bereiche, die stark belastet werden wie Elfmeterpunkt, Torräume oder das einseitig genutzte Feld der Jugendmannschaft müssen punktuell nachgranuliert werden. Oft kann man das Granulat, das sich von innen nach außen spielt, mit einem Spezialbesen wieder gleichmäßig verteilen.

Trotz der hohen Pflegeanforderungen hat sich das verfüllte Kunststoffrasensystem stark verbreitet. Bespielbar bei jeder Witterung, außer bei Schnee - das macht den Kunststoffrasen für die  immer stärkere Zusammenlegung der Sportparks attraktiv. Granulat ist nicht gleich Granulat. Augenscheinlich beinahe gleich, gibt es doch große Unterschiede bei den einzelnen Granulatarten. Die häufigsten, meist mit Abkürzungen bezeichneten Arten, sind:

SBR Einstreumaterial

Günstigstes Einstreugranulat! Das Material weist einen hohen Kautschukgehalt auf, damit ist eine sehr gute Elastizität gegeben. Die schwarze Einfärbung gewährleistet eine überzeugende UV- und Wetterbeständigkeit. Da es sich um ein Rezyklat handelt (hauptsächlich aus alten Autoreifen), sind Qualitätsschwankungen allerdings nicht auszuschließen. So kann das Material – je nach Vornutzungsdauer – nach relativ kurzer Zeit verspröden. Ursprünglich für ein anderes Anwendungsgebiet hergestellt, weisen die PAK-Werte und der Zinkgehalt hohe Schwankungen auf bzw. liegen teilweise im oberen Bereich. Eine flammwidrige Einstellung ist nicht möglich.

PUR-umhülltes SBR
Doppelter Nutzen in Kombination: PUR-umhülltes SBR verbindet die gute Elastizität der SBR-Materialien mit einer freien Farbgebung. Preislich liegt das Material zwischen dem SBR- und EPDM-Einstreugranulat. Damit ist PUR-umhülltes SBR dann eine sinnvolle Alternative, wenn farbiges Granulat (entweder grün oder braun) zum Einsatz kommen soll und wenn die umwelttoxikologischen Eigenschaften nur sekundäre Relevanz besitzen. Eine flammwidrige Einstellung ist nicht möglich.

EPDM-Einstreugranulat
Erprobt und flexibel: Das bewährte Einstreumaterial, seit es gummiverfüllte Kunstrasenplätze gibt. Durch die Produktion speziell für diese Anlagen lässt sich das Material auf die einzelnen Bedürfnisse abstimmen. In diesem Sinne sind flammwidrig ausgerüstete und geschäumte Granulate lieferbar, außerdem jede gewünschte Farbe. EPDM-Einstreugranulat ist von Natur aus licht- und wetterecht. Die Auswahl geeigneter Pigmente garantiert die Langlebigkeit der Farben. Durch gezielte Auswahl von Vernetzungschemikalien entsteht ein Material mit ausgezeichneten ökotoxikologischen Eigenschaften das nach EN 71-3 (Spielzeugnorm) zugelassen und in Wasserschutzzonen eingesetzt werden kann. Im Einsatz als Systemkomponente kann das EPDM-Einstreugranulat auf den verwendeten Rasen abgestimmt werden.

TPE-Einstreugranulat
Innovativ und vielseitig: Thermoplastische Elastomere (TPE) sind die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Einstreugranulate. Zu unterscheiden sind die Typen TPE-S und TPE-V. TPE-S Materialien auf SEBS-Basis. Alle Typen lassen sich in punkto Elastizität und Flammwidrigkeit direkt auf das System abstimmen. Die umwelttoxikologischen Eigenschaften sind bei einer entsprechenden Auswahl geeigneter Ausgangsprodukte ausgezeichnet. TPE-Materialien wirken aufgrund ihrer Materialform aus gleichmäßigen Granulatkügelchen künstlicher als beispielsweise ein EPDM-Granulat. Durch das thermoplastische Verhalten kann das Einstreugranulat zudem wieder eingeschmolzen und weiterverwertet werden.

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Bildmaterial und Texte mit freundlicher Unterstützung durch Melos GmbH.

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